Meine zweite CI-OP: Ein guter Weg zu besserem Hören.

2017 stand mir nach sechs Jahren erstmals wieder ein neues Hörgerät zu, weshalb ich das Baseo Q15-UP von Phonak getestet habe. Da es aus meiner Sicht aber in keiner Weise besser als das Vorgängermodell Naida III UP ist, stellte mich der Test nicht zufrieden.

Seit etwa 2015 bevorzugte ich sowieso eine ganz andere Lösung. Damals fiel der komplette Hochtonbereich in meinem rechten Ohr aus. Meine Hörfähigkeit hatte sich damit noch weiter verschlechtert, weshalb ich mir spätestens seit diesem Zeitpunkt ein zweites CI gewünscht hatte. Die Kombination aus CI links und Hörgerät rechts war aus meiner Sicht nie die Optimallösung. Die Indikation für ein zweites CI war 2015 aber noch nicht gegeben.

2017 hat sich die Lage nochmals verändert. Meine Hörfähigkeit war laut Angaben meines Ohrenarztes und meines Hörgeräteakustikers innerhalb der vergangenen zwei Jahre erneut schlechter geworden. Deshalb habe ich mir 2017 einen Termin im Cochlear-Implantat-Zentrum (CIK) der Uniklinik Köln geben lassen. Die dortigen Ärzte bestätigten die abermalige Verschlechterung, sodass die Indikation eines CI für mein rechtes Ohr nun gegeben war. Ich ließ mir daraufhin sofort einen OP-Termin geben. Und am 13.11.2017 war es dann soweit.

Gegen acht Uhr erreichte ich zur Voruntersuchung sowie zum Gespräch mit dem Operateur und dem Anästhesisten die Uniklinik. Vor der eigentlichen OP standen noch Tests an: ein Vestibularis-Test, den man auch Gleichgewichtstest nennt, sowie ein Geschmackstest. Danach klärte mich der Anästhesist über die möglichen Risiken der OP auf und der Operateur stellte sich mir vor.

Am Tag der OP (14.11.17) wurde ich stationär aufgenommen. Nach Absprache mit der Station sollte ich um 7:15 Uhr dort sein. Mir wurde mein Bett zugeteilt. Ich erhielt meine OP-Kleidung und musste anschließend noch ein wenig warten. Dann gab man mir eine Tablette und – soweit mir das im Gedächtnis geblieben ist – war ich relativ schnell narkotisiert. Aufgewacht bin ich erst wieder im Aufwachraum nach der OP. Dort sagte man mir, dass die Operation gut verlaufen sei und dass man sich für ein spezielles CI entschieden habe, das die relativ enge Basilarmembran (Schnecke) nicht verletzt.

Ich bin nach der OP sehr müde gewesen und habe viele Stunden lang geschlafen. Am Tag nach der OP, also am 15. November, wurde mein rechtes Ohr geröntgt, um festzustellen, wie gut das CI im Ohr sitzt. Es saß einwandfrei. Aufgrund meiner Multiplen Sklerose untersuchte mich am selben Tag zudem eine Neurologin und stellte mir diverse Fragen. Und wie bei vergleichbaren Operationen üblich, wurde mir für drei Tage eine Kortison-Infusion angelegt.

Ich weiß nicht, ob es in irgendeinem Zusammenhang mit der OP steht. Ich weiß nicht einmal, ob es mehr als eine subjektive Wahrnehmung war: Aber ich hatte nach der Operation unter anderem den Eindruck, dass sich mein kognitives Leistungsvermögen verändert hat. Ich fühlte mich, als habe irgendwer eine Art Pfropfen in meinem Gedächtnis gezogen. Es gab Dinge, die ich irgendwann einmal gelernt hatte, ohne den Eindruck zu haben, ich hätte sie mir wirklich gemerkt. Sie waren plötzlich abrufbar.

Nach wie vor bin ich sehr zufrieden mit dem Ablauf der gesamten OP. Das Team vom Cochlear Implantat Zentrum in der Kölner Uniklinik ist sehr organisiert und ging professionell seiner Tätigkeit nach. Ebenso professionell und freundlich waren die Schwestern und Pfleger auf der Station 4 der HNO Klinik Köln. Nach nur drei Monaten erreichte ich dank des CI mit dem rechten Ohr bereits ein 80-prozentiges Sprachverstehen. Ich bin froh, dass alles so gut gelaufen ist und dass ich mich zu dieser Operation entschlossen habe.